Kultur und Identität

Auch wenn die technologischen Möglichkeiten und die Konsummuster weltweit immer ähnlicher werden, die tiefen kulturellen Muster verändern sich wenig. Was sich verändert, ist, dass wir zunehmend eine Außenperspektive einnehmen, Unterschiede differenzierter wahrnehmen und uns bewusster werden, dass unsere eigene Kultur nicht die einzige auf der Welt ist.

„Keiner kann seine Kultur heute so leben, als ob es keine daneben gäbe. Es gibt keine selbstverständliche Kultur, keine selbstverständliche Zugehörigkeit mehr. Die Außenperspektive, dass es nämlich immer anders sein könnte, ist Teil jeder Kultur. Diese Veränderung betrifft jeden Einzelnen. Sie verändert den Bezug zur Gemeinschaft, zur eigenen Identität.“ (Isolde Charim: Ich und die Anderen).

Zugleich macht uns die digitale Technologie zu vollkommen messbaren, beobachtbaren Individuen, die immer individualisierter und isolierter in virtuellen Räumen leben. Unsere Identität verändert und löst sich in Identitäten auf, unsere verbindende Kultur löst sich in Kulturen auf.

Die Frage ist, wie es uns Beobachtern gelingen kann, einen konstruktiven Diskurs darüber zu führen.

  • Was bedeuten heute Identität und Kultur für uns? Wie entstehen sie jetzt?

  • Wie können wir in einer pluralistischen Gesellschaft zusammenleben, sodaß Identität erlebbar bleibt?

  • Wie gehen wir mit den Unsicherheiten, Ängsten und Emotionen um, die in dieser Situation des Wandels entstehen? Wie können wir dialogfähig bleiben?

  • Welche Grenzen von „Wir“ und „Die“ müssen wir ziehen, welche dürfen wir nicht ziehen?

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